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Häufig gestellte Fragen zu der Grundstückversicherung per 1. Januar 2018

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  • Was ist die gesetzliche Grundlage?

    Im Sachversicherungsgesetz (SVG), in den §§25-57 in der Verordnung zum SVG in den §§20-28 sowie in den Reglementen zum Sachversicherungsgesetz §§9-10, 13 sowie im Reglement über die Versicherungsprämien und die Brandschutzabgaben §6.

  • Welche Objekte sind versichert?

    Sämtliche Grundstücke im Kanton Basel-Landschaft. Vom Versicherungsschutz der Grundstückversicherung ausgeschlossen sind die auf dem Grundstück erstellten Gebäude, gebäudeähnlichen Objekte sowie jegliche Fahrhabe.

    Zu den versicherten Grundstücken zählen Land, Wald, Kulturen, Obst- und Zierbäume, Gärten (inkl. Böschungen und Biotope), Hausplätze, Hofräume sowie Wege.

  • Welche Gefahren sind versichert?

    Feuerschäden:

    • Blitzschlagschäden an Wald-, Obst- und Zierbäumen
    • Kulturschäden, als Folge von Feuerschäden an Gebäuden oder Fahrhabe, soweit hiefür nicht ein Dritter haftbar ist.

    Elementarschäden:

    • Hochwasser, Überschwemmung;
    • Überführung von Schutt und Geröll;
    • Bodensenkung; 
    • Sturmwind;
    • Duftbruch, Schneedruck;
    • sowie Erd- und Felsrutsch.
  • Was ist der Deckungsumfang?

    Bei Grundstücken sind die Aufwendungen für die Wiederherstellung in den früheren Zustand gedeckt resp. nach einem eingetretenen Schaden zu vergüten.

    Bei beschädigten, gesunden Obst- und Zierbäumen sind die Kosten für die Wiederbeschaffung der Jungpflanze gleicher Art sowie die anerkannten Räumungs- und Wiederinstandstellungskosten versichert.

    Bei Schäden im Wald werden die erschwerte Holzhauerei und die Holzentwertung vergütet.

  • Gibt es neue Bedingungen?

    Ja, es wird neue Bedingungen ab 01. Januar 2018 geben.

    Die Anpassungen betreffen zwei Bereiche:

    • den Selbstbehalt. Dieser wird neu pro Schaden und Grundstück abgezogen
    • den Artikel 5 „Rechtsgrundlagen“
  • Wie sieht das neue Prämienmodell 2018 aus?

    • Die Grundtaxe wird von CHF 18.-- auf CHF 29.50 pro Parzelle erhöht
    • Die Grundtaxen werden neu pro Parzelle anstatt wie bisher pro Eigentümerschaft erhoben 
    • Eigentümerschaften, die mehrere Grundstücke besitzen, zahlen für bis zu sechs Grundstücke die Grundtaxen, ab dem siebten Grundstück erhalten sie 100 % Rabatt, d.h. ab dem siebten Grundstück wird keine Grundtaxe mehr verrechnet
    • Die Flächenprämie bleibt unverändert bei CHF 0.90 pro angefangene und ganze 10 Aaren
    • Die Flächenprämien werden künftig neu pro Parzelle anstatt wie bisher pro Eigentümerschaft verrechnet
    • Neu wird die 5%ige eidgenössische Stempelabgabe auch auf 13% der Grundstückversicherungsprämie erhoben
  • Konkrete Rechenbeispiele mit einem, vier und acht Grundstücken

    Ein Informationsblatt zu Rechenbeispielen mit einem, vier und acht Grundstücken finden Sie hier.

  • Auswirkungen der Prämienerhöhungen

    Rund 46’000 Kundinnen und Kunden haben einen Prämienaufschlag von CHF 11.50 (exkl. Stempelabgabe, alle Kundinnen und Kunden mit einer Parzelle).

    Ungefähr 11‘600 Kundinnen und Kunden erhalten Prämienerhöhungen zwischen CHF 11.50 und CHF 100.-- (exkl. Stempelabgabe).

    Ca. 4’033 Kunden haben Prämienerhöhungen von  mehr als CHF 100.-- respektive von kleiner als/oder gleich CHF 324.-- (exkl. Stempelabgabe).

  • Wieso werden mit dem neuen System nur maximal sechsmal die Grundtaxen erhoben?

    Die Basis für die Festlegung der Prämieneinnahmen bildet das benötigte jährliche Prämienvolumen, welches wir zu der Deckung der Schadenkosten, des Verwaltungsaufwandes sowie zur Äufnung der Reserven benötigen.

    Unser Ziel bei der Erarbeitung des neuen Tarifierungssystems war, die Kosten in einem für alle Grundeigentümer verhältnismässigen Masse solidarisch zu verteilen. Mit dem Erheben von maximal sechs Grundtaxen konnten wir vermeiden, dass Grundeigentümer mit mehr als sechs Grundstücken eine überproportionale Belastung erfahren und erreichen, dass diese Eigentümerschaften dennoch einen etwas grösseren Anteil tragen müssen. 

    Mit der Tarifierung per 1. Januar 2018 erreichen wir das benötigte Prämienvolumen, ohne aber die Solidarität unter den Versicherten zu sehr zu strapazieren.

    An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Eigentümerschaften von mehreren Grundstücken unter dem alten Prämienmodell bis Ende 2017 die Grundtaxe nur einmal bezahlten.

  • Warum wird neu eine Stempelsteuer erhoben?

    Bisher haben wir die Stempelabgaben unsererseits direkt an die Steuerbehörden abgeführt. Die Abgaben wurden von den Prämien bezahlt. Gemäss Sachversicherungsgesetz dürfen aber die Prämieneinnahmen ausschliesslich zur Begleichung der Schäden, Verwaltungskosten und für die Äufnung der benötigten Reserven verwendet werden.

    Die korrekte Erhebung der Stempelsteuer wird nun per 2018 eingeführt. Somit entspricht dieses Vorgehen demjenigen bei der Feuer- und Elementarschadenversicherung für Gebäude und der Wasserschadenversicherung für Gebäude.

    Die Stempelabgabe beträgt 5% und wird lediglich auf 13% der Jahresprämie erhoben (gemäss eidgenössischer Stempelverwaltung sind für 13% der Versicherungsleistungen der Grundstückversicherung Stempelsteuern von 5% zu berechnen, d.h. 87% der Versicherungsleistungen sind nicht abgabepflichtig).

    Für den Grossteil unserer Kunden mit einem Grundstück mit einer Fläche kleiner als 10 Aren beträgt die Stempelabgabe CHF 0.20.

  • Was ist die Combined Ratio (CR)?

    Die Combined Ratio (CR) gibt Auskunft darüber, wie viele Prozente des Prämienertrages aufgewendet werden müssen, um die Kosten für die Schäden und den Verwaltungsaufwand zu decken.

    Combined Ratio grösser als 100 Prozent = die Prämien reichen nicht aus, um die Schäden und den Verwaltungsaufwand zu decken.

    Combined Ratio kleiner als 100 Prozent = die Prämien reichen aus, um die Schäden und den Verwaltungsaufwand zu decken.

  • Gewinnsteigerung durch Prämienerhöhung?

    Nein.

    Die Combined Ratio (CR) lag in den Jahre 1999 – 2016 über 100 Prozent. Das heisst, in mehreren Jahren wurden jeweils über 100 Prozent der Prämienerträge benötigt, um die Schaden- und Verwaltungskosten zu begleichen. Diese zu hohe CR verunmöglichte nicht nur während vieler Jahre das Äufnen von ausreichenden Reserven, sondern führte dazu, dass die Reserven kontinuierlich schrumpften (Verlustdeckung).

    Im Sachversicherungsgesetz, §31 Prämiengrundsätze, Abs. 1 ist festgehalten, wie die Prämien festzusetzen sind:

    Abs. 1: Die Prämien sind für beide Versicherungen [Anmerkung BGV: Für die Feuer- und Elementarschadenversicherung für Gebäude und die Grundstückversicherung] nach anerkannten versicherungstechnischen Grundsätzen so festzulegen, dass die Einnahmen ausreichen, um:
    a.  die Schäden zu bezahlen, 
    b.  ausreichende Reserven zu äufnen, 
    c.  ...
    d.  die Verwaltungskosten zu decken

    Mit einer CR von über 100 Prozent kann die BGV diesen Vorgaben nicht länger nachkommen und kann ihren gesetzlichen Auftrag nicht korrekt erfüllen.

    Auch in der Trägerstrategie BGV 2015, die vom Regierungsrat mit Regierungsrats-Beschluss Nr. 1110 vom 30. Juni 2015 verabschiedet wurde, sieht der Punkt „Wirtschaftliche Ziele“ vor:

    • Die Reserven müssen den Erfordernissen einer nachhaltigen Risikofähigkeit entsprechen und sind nach versicherungstechnischen Grundsätzen zu berechnen. Die Risikofähigkeit wird periodisch extern geprüft. Einzelrisiken werden jährlich geprüft.
    • Die Prämieneinnahmen sind so festzusetzen, dass sie dem langfristigen versicherungstechnischen Risiko im Kantonsgebiet entsprechen.

    Aus den vorangehenden Darlegungen geht hervor,  dass wir weder eine Risikominimierung noch eine Gewinnmaximierung mit dieser Prämienerhöhung anstreben. Wir erfüllen durch diese Anpassung die Vorgaben des Sachversicherungsgesetzes sowie der Trägestrategie des Kantons BL vollumfänglich.

  • Wäre eine massvollere Prämienerhöhung nicht möglich gewesen?

    Leider nein.

    Eine substantielle Prämienerhöhung bei der Grundstückversicherung ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und den Entwicklungen der letzten Jahre unumgänglich.

    Gemäss dem § 31 des Sachversicherungsgesetzes müssen die Prämien so festgelegt werden, dass durch deren Einnahmen die Schäden bezahlt werden können, die Verwaltungskosten gedeckt und ausreichend Reserven gebildet werden können.

    Die Combined Ratio lag in den Jahren 1999 – 2016 über 100 Prozent. Das heisst, dass über diese Jahre betrachtet, die Aufwendungen – Schadenzahlungen und Verwaltungskosten – die Prämieneinnahmen übersteigen. Aus diesem Grund konnten auch die benötigten Schadendeckungsreserven nie vollständig geäufnet werden.

    Gemäss unserem Geschäftsbericht des Jahres 2016 verfügt die Grundstückversicherung, um das versicherungstechnische Risiko abzudecken, über Reserven von 26 Millionen Franken. Die benötigten Schadendeckungsreserven (für das Versicherungsrisiko) werden jährlich von externen Fachexperten berechnet. Gemäss deren Berechnung werden in der Grundstückversicherung Zielreserven von 40 Millionen Franken benötigt.

    Der zusätzliche Reservenbedarf beläuft sich demnach auf 14 Millionen Franken.

  • Wer kontrolliert die BGV bezüglich der Prämieneinnahmen?

    Externe Fachspezialisten berechnen jährlich die benötigten Reservenbestände. Ebenfalls unterliegen wir jährlichen Kontrollen durch verschiedene externe Kontrollstellen (vgl. Geschäftsberichte der BGV).

    Bezüglich der Prämien unterliegen wir den Prämiengrundsätzen des § 31 des Sachversicherungsgesetzes: Von den Prämieneinnahmen müssen die Schäden vergütet, die Verwaltungskosten gedeckt und ausreichend Reserven gebildet werden können.

    Die Combined Ratio lag in den Jahren 1999 – 2016 über 100 Prozent. Das heisst, dass über diese Jahre betrachtet, die Aufwendungen – Schadenzahlungen und Verwaltungskosten – die Prämieneinnahmen übersteigen. Aus diesem Grund konnten auch die benötigten Schadendeckungsreserven nie vollständig geäufnet werden.

  • Wann erfolgt eine Überschussbeteiligung?

    Die BGV ist eine Non-Profit-Organisation. Sie verfolgt keine wirtschaftlichen Gewinnziele.

    Sofern alle notwendigen Reserven geäufnet sind und es der Schadenverlauf zulässt, wird eine Überschussbeteiligung in Form von Prämienrückerstattungen im darauf folgenden Jahr an die Kundschaft entrichtet.

    Bitte beachten Sie: Bis zur vollständigen Äufnung der benötigten Reserven von 40 Millionen Franken – aktuell fehlen noch 14 Millionen Franken – kann keine Überschussbeteiligungen an die Kundschaft entrichtet werden. (Erläuterungen zu den Reserven finden Sie unter der Frage: „Wäre eine massvollere Prämienerhöhung nicht möglich gewesen?“)

  • Hat die BGV in Vergangenheit ihren gesetzlichen Auftrag vernachlässigt?

    Nein.

    Die BGV ist ihrem gesetzlichen Auftrag nachgekommen. In der Vergangenheit konnten noch Prämienanteile zur Bildung der betrieblich notwendigen Reserven verwendet werden. Die Prämienhöhe entsprach den damaligen gesetzlichen Grundlagen aus dem Sachversicherungsgesetz (§ 31).

  • Hat die BGV zu hohe Verwaltungskosten?

    Nein. 

    Ein Vergleich mit anderen Kantonalen Gebäudeversicherung (KGV) zeigt, dass wir mit unseren tiefen Verwaltungskosten im vorderen Drittel aller KGV liegen (*). 

    (*) Erhebung durchgeführt von der Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherung, Bern (VKG)

  • Hätten Optimierungen im Verwaltungsbereich eine Prämienerhöhung unnötig gemacht?

    Nein.

    Prozesse wurden bereits optimiert und angepasst. Die bestehenden Synergien zu anderen Bereichen werden ebenfalls bereits optimal genutzt.

  • Was ändert beim Selbstbehalt im Schadenfall?

    Neu wird per 01. Januar 2018 bei Eintritt eines versicherten Schadenereignisses der Selbstbehalt pro Schadenfall und Grundstück und nicht mehr wie bisher pro Eigentümerschaft erhoben.

    Auch hier geht es um einen solidarischen Ausgleich unter den Versicherten.

    Bei der Rubrik "Konkrete Rechenbeispiele mit einem, vier und acht Grundstücken" (siehe weiter oben) wurde dargelegt, dass ein Rabatt von 100% auf die Grundtaxe ab dem siebten Grundstück zu einer gewissen Prämiengerechtigkeit beiträgt und als Solidarität unter den Versicherten zu verstehen ist.

    Bei einem eingetretenen Schaden, wo die Solidarität unter den Versicherten ebenfalls zum Tragen kommt, erachten wir es gegenüber der Versichertengemeinschaft ebenfalls als solidarisch, wenn im Ereignisfall der Selbstbehalt neu pro Schaden und Grundstück verrechnet wird.

  • Wie funktioniert die neue Indexierung?

    Die Indexierung ist nicht neu. Diese wird von der BGV bereits seit Jahren angewendet.

    Bei der Gebäudeversicherung wird der Versicherungswert der Gebäude indexiert. Bei Grundstücken, welche nicht bewertet sind und daher keinen Versicherungswert aufweisen, wird deswegen neu die Prämie indexiert.

    Das Ziel der Indexierung ist es, die Teuerung der Instandstellungsarbeiten von Grundstücke „auffangen“ zu können (Neuwertversicherung).

    Die Handhabung soll analog der Gebäudeversicherung erfolgen. D.h. wenn der BGV-Index vom Zürcher Index der Wohnbaukosten massgebend abweicht, prüft die Verwaltungskommission der BGV ob der Index erhöht werden muss.

    Mit diesem Schritt wird in der Grundstückversicherung lediglich nachgeholt, was bei anderen Versicherungsprodukten – sowohl bei der Feuer- und Elementarschadenversicherung für Gebäude und der Wasserschadenversicherung für Gebäude – seit Jahren Usanz ist.

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